Die Frucht der Errettung (Teil 1)

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Stufe 3 – Lektion 12

von Don Krow

Kann ein einmaliger Glaubensakt jemanden „erretten”, wenn danach nichts mehr folgt? Kann Glauben aufhören und können wir dennoch die Verheißung erlangen? Abraham glaubte Gott und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet (1. Mose 15,6). Wenn Abrahams Glaube aufgehört hätte, wäre dann auch die ihm angerechnete Gerechtigkeit verloren gegangen?

Aus der Schrift wissen wir, dass der „Glaube“ als eine einmalige vollendete Handlung beginnt (in der griechischen Zeitform des Aorist), aber im weiteren Verlauf des Christenlebens andauert (das wird durch die griechische Zeitform der Gegenwart ausgedrückt). Befehle, die in der griechischen Zeitform der Gegenwart stehen, werden so verstanden, dass sie zu einer fortwährenden oder wiederholten Anwendung kommen. Wenn die griechische Zeitform der Gegenwart gebraucht wird, würden wir das Verständnis für den heutigen Bibelleser dadurch deutlich verbessern, dass wir folgende Worte erklärend hinzufügen: zum wiederholten Mal; also immer wieder, dauernd, gewöhnlich, als Gepflogenheit oder ununterbrochen.

Betrachte die folgenden Passagen und wie die im griechischen Original verwendete Zeitform der Gegenwart sie beeinflusst:

Joh. 3,16 – Denn so hat Gott diese Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt (gr. Gegenwartsform: glaubt und immerzu weiterhin glaubt), nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Hebr. 10,14 – Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden (gr. Gegenwartsform: diejenigen, die geheiligt werden und immerzu weiterhin geheiligt werden, hat dieses eine Opfer für immer vollkommen gemacht), für immer vollkommen gemacht.

1. Joh. 3,9 – Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde (gr. Gegenwartsformer sündigt nicht fortwährend als Lebensstil und offenbart so ein unbußfertiges Herz), denn sein Same bleibt (gr. Gegenwartsform: Gottes Same bleibt fortwährend und immerfort) in ihm; und er kann nicht (gr. Gegenwartsform: als Lebensstil oder ununterbrochen) sündigen, weil er aus Gott geboren ist.

    Mk. 1,15 – Und (er) sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße (gr. Gegenwartsform: tut Buße und tut immer wieder Buße, wann immer die Situation oder der Bedarf dafür entsteht) und glaubt (gr. Gegenwartsform: glaubt und hört nicht auf zu glauben) an das Evangelium!

    Joh. 5,24 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt (gr. Gegenwartsform: und immerzu glaubt) dem, der mich gesandt hat, (der) hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.

    Lk. 15,7 – Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut (gr. Gegenwartsform: und fortfährt, Buße zu tun), (mehr) als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.

    Apg. 17,30 – Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt (gr. Gegenwartsform: und gebietet auch weiterhin) den Menschen, dass sie alle überall Buße tun (gr. Gegenwartsform: und fortfahren, Buße zu tun) sollen.

    Joh. 6,47 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt (gr. Gegenwartsform: und fortfährt zu glauben), hat ewiges Leben.

    Röm. 4,5 – Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt (gr. Gegenwartsform: und fortfährt zu glauben), der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet.

    Apg. 26,20 – … (ich) verkündigte denen in Damaskus zuerst und in Jerusalem und in der ganzen Landschaft von Judäa und den Nationen, Buße zu tun (gr. Gegenwartsform: und auch weiterhin Buße zu tun) und sich zu Gott zu bekehren (gr. Gegenwartsform: und sich auch weiterhin zu Gott zu bekehren), indem sie der Buße würdige Werke vollbrächten (gr. Gegenwartsform: und diese auch weiterhin vollbrächten).

    Schlussfolgerung: Die griechische Gegenwartsform wird im Neuen Testament hunderte Male verwendet. Ich kann hier nicht alle Schriftstellen aufführen, die davon betroffen sind. Die Wahrheit über den rettenden Glauben ist, dass dieser fortdauernd und anhaltend ist, was sowohl von der theologischen Schulrichtung des Arminianismus als auch von der des Calvinismus gelehrt wird, obwohl beide dies aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

    Der Calvinismus, der eine unverlierbare Heilssicherheit vertritt, lehrt, dass wirkliche Gläubige stolpern oder fallen können, aber dennoch im christlichen Glauben ausharren und durchhalten werden (1. Kor. 1,8). Diejenigen, die an die ewige Heilssicherheit glauben, glauben auch, dass wahre Christen der Sünde gestorben sind und nicht mehr in ihr leben (Röm. 6,1-3). Diejenigen, die sich später von Christus völlig abwenden, zeigen damit, dass sie niemals wirklich wiedergeboren wurden (1. Joh. 2,19).

    Die arminianische Theologie lehrt, dass ein wahrhaftig Gläubiger von seinem christlichen Glauben abfallen kann. Man glaubt und lehrt hier allgemein, dass diejenigen, die abfallen, ihr Heil verlieren oder verwirken. Ihr Glaubenssystem lässt keinen Platz für sogenannte (Namens-)Christen, die fortwährend in Rebellion oder in bewusster Sünde leben ohne eine Frucht, die ihre Buße beweist.

    Der Apostel Johannes schrieb: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.” (1. Joh. 1,8), aber er schrieb ebenso: „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.” (1. Joh. 3,9). Hier stoßen wir auf ein Paradox, aber nicht auf eine Unstimmigkeit in der Schrift. Alle Christen sündigen (1. Joh. 1,8), aber alle Christen gehorchen auch (1. Joh. 2,3). Sünde und Fleischlichkeit gibt es auch noch bei wirklichen Christen, aber die Sünde kann nicht mehr ihr Gebieter oder ihr Hauptkennzeichen sein (1. Joh. 3,9). Wahre Buße und echter Glaube erfordern eine Sinnesänderung, eine Herzensänderung und eine Richtungsänderung, obwohl das noch keine Perfektion bedeutet (Apg. 26,18 und 1. Joh. 1,8). „Frucht” ist immer noch ein Test für die Wirklichkeit und die Echtheit des Glaubens. Glaube ist eine feste, übernatürliche Überzeugung, die das Verhalten eines wahrhaft Gläubigen lenkt und zu begleitenden Handlungen führt. Das wird anhand der Glaubensvorbilder im 11. Kapitel des Hebräerbriefs gezeigt, denen entsprechende Taten folgten. Mit anderen Worten: Was wir tun ist die Folge dessen, was wir glauben. In Jak. 2,18 heißt es: „Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen!”

    Wenn die Apostel auf negative Weise über Werke sprechen, dann meinen sie damit die „Werke des Gesetzes”, d.h. alles, was jemand tut, um sich sein Heil zu verdienen oder zu erarbeiten.

    Die Schrift spricht auch von der Frucht des Heils, welche in guten Werken bzw. in Werken des Glaubens besteht. Das sind die Werke oder Handlungen, die aus Buße und Glauben hervorgehen (Apg. 26,20; Mt. 3,7-10; 1. Thess. 1,3 und Jak. 2,14-26). Diese belegen die Wirklichkeit der Errettung. Die Einheit, die zwischen Buße und Glauben ausgedrückt wird, besteht darin, dass beide dieselbe Frucht und Evidenz aufweisen: gute Werke. Wir werden nicht durch gute Werke gerettet, sondern zu guten Werken (vgl. Eph. 2,8-10 im Unterschied zum Gerettetsein durch Werke und zu Werken). Werke sind ein Test für die Wirklichkeit des Glaubens, und Gnade, die nicht schlussendlich jemandes Leben und Handeln verändert, kann nicht als die wahre Gnade Gottes angesehen werden (vgl. Titus 2,11-12). Jesus lehrt, dass man wahre Gläubige an ihrer Frucht erkennen wird (Mt. 3,8; 7,16-20; 25,34-40; Joh. 13,35; 14,23; Apg. 26,20; Röm. 2,6-11; Jak. 2,14-18 und 1. Joh. 3,10).

    Jüngerschaftsfragen

    1. Gebote, die in der griechischen Gegenwartsform stehen, werden so verstanden, dass sie wie angewendet werden?
    2. Lies Joh. 3,16. Was sagt Joh 3,16 angesichts der darin verwendeten griechischen Gegenwartsform aus?
    3. Lies 1. Joh. 3,9. Wer aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde. Was bedeutet das?
    4. Lies Lk. 15,7. Es herrscht Freude im Himmel über einen Sünder, der
    5. Lies Apg. 17,30. Gott gebietet allen Menschen überall,
    6. Lies Apg. 26,20. Was sagt dieser Vers aus?
    7. Lies 1. Joh. 2,3. Was ist das Ergebnis von einer persönlichen Beziehung zu Gott, d.h. wenn man Ihn kennt?
    8. Lies Jak. 2,18. Dort heißt es: „Zeig mir deinen Glauben ohne Werke (was unmöglich ist), und ich werde dir meinen Glauben anhand meiner ___ zeigen.
    9. Lies 1. Thess. 1,3. Werke oder Handlungen, die aus dem Glauben hervorkommen, heißen
    10. Lies Gal. 2,16.21. Werke des Gesetzes sind Werke, die Menschen in dem Versuch tun, das Heil zu erlangen bzw. _ (Vers 21). Diese können nicht erretten, denn sie haben keine rettende Kraft.
    11. Lies Röm. 2,7-10. Diese Verse beschreiben die Frucht von zwei verschiedenen Gruppen von Menschen,

    Bibelstellen zu den Fragen

    Joh. 3,16 – „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.”

    1. Joh. 3,9 – „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.”

      Lk. 15,7 – „Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, (mehr) als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.”

      Apg. 17,30 – „Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen.”

      Apg. 26,20 – „… sondern verkündigte denen in Damaskus zuerst und in Jerusalem und in der ganzen Landschaft von Judäa und den Nationen, Buße zu tun und sich zu Gott zu bekehren, indem sie der Buße würdige Werke vollbrächten.”

      1. Joh. 2,3 – „Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben: wenn wir seine Gebote halten.”

        Jak. 2,18 – „Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne Werke und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen!”

        1. Thess. 1,3 – „… vor unserem Gott und Vater an euer Werk des Glaubens gedenken und die Bemühung der Liebe und das Ausharren (in) der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus;”

          Gal. 2,16.21 – „[16] … aber (da) wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden; [21] Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz (kommt), dann ist Christus umsonst gestorben.”

          Röm. 2,7-10 – „[7] … denen, die mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit suchen, ewiges Leben; [8] denen jedoch, die von Selbstsucht (bestimmt) und der Wahrheit ungehorsam sind der Ungerechtigkeit aber gehorsam, Zorn und Grimm. [9] Bedrängnis und Angst über die Seele jedes Menschen, der das Böse vollbringt, sowohl des Juden zuerst als auch des Griechen. [10] Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden jedem, der das Gute wirkt, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.”

          Antwortschlüssel

          1. Gebote, die in der griechischen Gegenwartsform stehen, werden so verstanden, dass sie wie angewendet werden? Fortwährend oder wiederholt.
          2. Lies Joh. 3,16. Was sagt Joh. 3,16 angesichts der darin verwendeten griechischen Gegenwartsform aus? Denn so hat Gott diese Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt (gr. Gegenwartsform: glaubt und immerzu weiterhin glaubt) nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
          3. Lies 1. Joh. 3,9. Wer aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde. Was bedeutet das? Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde (gr. Gegenwartsform: d.h., er sündigt nicht fortwährend als Lebensstil und offenbart so ein unbußfertiges Herz).
          4. Lies Lk. 15,7. Es herrscht Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut und fortfährt, Buße zu tun.
          5. Lies Apg. 17,30. Gott gebietet allen Menschen überall, Buße zu tun und fortzufahren Buße zu tun.
          6. Lies Apg. 26,20. Was sagt dieser Vers aus? Ich verkündigte denen in Damaskus zuerst und in Jerusalem und in der ganzen Landschaft von Judäa und den Nationen, Buße zu tun (gr. Gegenwartsform: und auch weiterhin Buße zu tun) und sich zu Gott zu bekehren (gr. Gegenwartsform: und sich auch weiterhin zu Gott zu bekehren), indem sie der Buße würdige Werke vollbrächten (gr. Gegenwartsform: und auch weiterhin Werke und Taten vollbrächten, die die Buße beweisen).
          7. Lies 1. Joh. 2,3. Was ist das Ergebnis von einer persönlichen Beziehung zu Gott, d.h. wenn man Ihn kennt? Man tut, was Er sagt, d.h. man hält Seine Gebote.
          8. Lies Jak. 2,18. Dort heißt es: „Zeig mir deinen Glauben ohne Werke (was unmöglich ist), und ich werde dir meinen Glauben anhand meiner Werke, anhand dessen, was ich tue, zeigen.
          9. Lies 1. Thess. 1,3. Werke oder Handlungen, die aus dem Glauben hervorkommen, heißen Werke des Glaubens.
          10. Lies Gal. 2,16.21. Werke des Gesetzes sind Werke, die Menschen in dem Versuch tun, das Heil zu erlangen bzw. Gerechtigkeit zu erlangen (Vers 21). Diese können nicht erretten, denn sie haben keine rettende Kraft.
          11. Lies Röm. 2,7-10. Diese Verse beschreiben die Frucht von zwei verschiedenen Gruppen von Menschen, von Gläubigen und von Ungläubigen.

          Jüngerschaftskurs -> Die Frucht der Errettung (Teil 1)

          © 2008 Andrew Wommack und Don W. Krow