Jüngerschaftskurs -> Was tun, wenn Gebete scheinbar unerhört bleiben?
Stufe 2 – Lektion 16
von Andrew Wommack
Heute möchte ich der Frage nachgehen, was man tun kann, wenn Gebete scheinbar unerhört bleiben. Dabei lege ich die Betonung auf die Tatsache, dass deine Gebete unerhört zu bleiben „scheinen“. Die Wahrheit ist, dass Gott immer, wirklich immer jedes Gebet erhört, das gemäß Seinem Wort im Glauben gesprochen wurde. In 1. Joh. 5,14-15 heißt es: „Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.” Darin steckt eine ganze Menge Zuversicht! Gott erhört immer Gebet, aber es sieht nicht immer so aus, als ob Er es erhört hätte. In Mt. 7,7-8 lesen wir: „Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden.” Diese Verse bestätigen, dass Gott immer Gebet erhört. Und doch kann sich jeder von uns an eine Zeit in seinem Leben erinnern, als er um etwas gebetet hatte und glaubte, dass es richtig, gut, nicht wirklich ichbezogen oder außerhalb von Gottes Willen war, ohne dass er eine Erhörung erlebt hätte.
Gottes Wort sagt, dass wir bitten sollen, und uns dann gegeben wird; aber unsere Erfahrung sagt uns oft, dass wir gebeten haben und uns nicht gegeben wurde. Was trifft nun zu? Die Antwort mag dich überraschen, aber die Wahrheit ist, dass wahrscheinlich beides zutrifft. Die meisten Leute denken: Jetzt warte mal. Gottes Wort sagt, dass Er erhören wird, und ich habe das nicht erlebt. In Joh. 4,24 heißt es: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.” Gott agiert im geistlichen Bereich, um unsere Gebete zu erhören, aber es braucht Glauben von uns, dies in Manifestation zu bringen. Glaube ist das, was Dinge aus der geistlichen Welt nimmt und diese in die physische Welt hinüberzieht. Das sagt im Grunde Hebr. 11,1 aus: „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.” Hier heißt es nicht, dass Glaube ein Überführtsein von Dingen ist, die nicht existieren. Sie existieren, aber sie sind nicht im sichtbaren, physischen Bereich. Der Glaube greift hinein in den geistlichen Bereich und zieht diese Dinge in die physische Welt.
Es ist so ähnlich wie mit einem Radiosignal. Radio- und Fernsehsender sind ständig auf Sendung. Du kannst nun in einem Raum sein, wo du diese Signale weder siehst, noch hörst, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da wären. Du musst ein Radiogerät einschalten und es auf die Frequenz einstellen, die du hören willst. Dann zieht das Radio diese Signale aus einem Bereich, den du nicht wahrnehmen kannst, und strahlt sie aufs Neue in einem Bereich aus, in dem du sie mit deinem menschlichen Ohr hören kannst. Gott erhört unsere Gebete auf ähnliche Weise. Er schenkt Dinge im geistlichen Bereich, und durch den Glauben musst du dort hineingreifen und diese in die physische Welt herüberholen. Die physische und die geistliche Welt bewegen sich parallel zueinander. Gott handelt und erhört dein Gebet, aber es kann sein, dass du dies niemals im physischen Bereich erlebst, es sei denn, du überbrückst mit deinem Glauben die Kluft zwischen der unsichtbaren und der sichtbaren Welt.
Daniel beispielsweise, ein Mann Gottes, betete und bat Gott, ihm eine Offenbarung zu schenken. Der Zeit wegen fasse ich die Begebenheit zusammen. Der Herr sandte einen Engel, Gabriel, um Daniel zu erscheinen und sein Gebet zu beantworten. In Daniel 9,22-23 heißt es: „Und er wusste Bescheid, redete mit mir und sagte: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren. Am Anfang deines Flehens ist ein Wort ergangen, und ich bin gekommen, um (es dir) mitzuteilen. Denn du bist ein Vielgeliebter. So achte nun auf das Wort und verstehe die Erscheinung.” Dies ist der Punkt: Gabriel sagte, dass bereits am Anfang von Daniels Gebet der Befehl von Gott erging, ihm die Antwort zu überbringen. Wenn du allerdings liest, wie lang es dauerte, um die Antwort zu überbringen, stellst du fest, dass es ungefähr 3 Minuten waren, die zwischen Gottes Befehl und dem physischen Eintreffen lagen.
Wir gehen in der Regel leichtfertig davon aus, dass, wenn Gott wirklich Gott ist und etwas Seinem Willen entspricht, alles auch in einem Nu geschehen wird. Aber das stimmt nicht! In diesem Fall sprach Gott den Befehl aus, und dann dauerte es ungefähr 3 Minuten, bis Gabriel die Distanz zurückgelegt hatte. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber das ist gar nicht wichtig. Worauf ich hinauswill ist Folgendes: Von dem Zeitpunkt, an dem Gott den Befehl gab, bis zur Manifestation der Erhörung, gab es eine Zeitspanne von ca. 3 Minuten. Nun, wenn das die längste Zeitspanne wäre, die wir auf eine Gebetserhörung warten müssten, dann könnten die meisten von uns wohl dranbleiben, aber so ist es nicht immer.
In Daniel 10 sehen wir, wie derselbe Mann ein weiteres Mal betet, und dieses Mal dauert es 3 Wochen, bis die Antwort eintrifft. Viele Leute, die das lesen, werden sich fragen: „Warum erhörte Gott ein Gebet von Daniel innerhalb von 3 Minuten und ein anderes Gebet innerhalb von 3 Wochen?“ In Daniel 10,11-12 heißt es: „Und er sprach zu mir: Daniel, du vielgeliebter Mann! Achte auf die Worte, die ich zu dir rede, und steh auf deinem Platz! Denn ich bin jetzt zu dir gesandt. Und als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. Und er sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! Denn vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden. Und um deiner Worte willen bin ich gekommen.” Das zeigt, dass Gott gleich am ersten Tag des Gebets von Daniel den Boten losschickte. Es dauerte 3 Wochen, bis sich die Antwort manifestierte, aber Gott ist treu. Die Schrift sagt uns, dass Er Derselbe ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit (Heb. 13,8).
Wenn du die Kapitel 9 und 10 zusammen betrachtest, so siehst du, dass Gott beide Gebete sofort erhört hat. Eines dauerte zwar 3 Minuten und das andere 3 Wochen, aber Gott war hier nicht die Variable. Es geht um Folgendes: Gott erhört unsere Gebete. Er handelt, aber da gibt es eine Menge von Variablen und Unwägbarkeiten, die sich zwischen der Zeit Seiner Erhörung und der Manifestation derselben ereignen können. Du musst glauben; der Glaube muss in den geistlichen Bereich hineinreichen und die Antwort in den physischen Bereich holen. Der Glaube also ist hierbei der kritische Faktor.
Aus dem 13. Vers von Kapitel 10 erfahren wir nun, dass der Engel Folgendes sagte: „Aber der Fürst des Königreichs Persien stand mir 21 Tage entgegen. Und siehe, Michael, einer der ersten Fürsten, kam, um mir zu helfen, und ich wurde dort entbehrlich bei den Königen von Persien.” Hier ist nicht von einer natürlichen Person die Rede, sondern von einem dämonischen Hindernis. Satan ist eine weitere Variable in diesem Prozess. Gott erhört unsere Gebete, aber manchmal behindert Satan ihre Erfüllung anschließend durch Menschen. Wenn du z. B. für Finanzen glaubst, dann wird dir Gott nicht persönlich Geld in die Hand drücken. Er wird auch nicht Banknoten fälschen, um sie dir zu geben. Er wird wohl nicht Geld erschaffen, es vom Himmel regnen lassen oder es in deine Tasche stecken. In Lk. 6,38 heißt es: „Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.” Gott wird handeln und dein Gebet erhören, aber das wird sich durch Menschen ereignen. Manche sind durch Habgier gebunden, und wenn sie gerade sauer auf dich sind oder du ihnen Dinge antust, die sie verletzen, kann Satan die Manifestation deiner Gebetserhörung durch sie behindern. Insbesondere wenn du um Finanzen betest, musst du wissen, dass andere Leute ein Teil deines Finanzwunders sein könnten und du deshalb für sie beten solltest.
Gott ist treu. Er hat noch nie ein Gebet abgewiesen, das sich auf Sein Wort gründete und im Glauben gesprochen wurde. Er erhört immer, aber es könnte sein, dass du einige Zeit keine Manifestation siehst, je nach den Variablen, die dabei im Spiel sind. Ich bete, dass dies dir hilft, deinen Glauben aufzubauen, und dass du weißt, dass Gott deine Gebete immer erhört.
Jüngerschaftsfragen
- Lies Mt. 7,7-8. Was können wir von Gott erwarten, wenn wir bitten?
- Lies Mt. 7,7-8. Wenn wir Gott suchen, was können wir erwarten?
- Lies Mt. 7,7-8. Was können wir erwarten, wenn wir anklopfen?
- Lies Joh. 10,35. Wird Gott jemals weniger geben, als das, was Sein Wort verheißt?
- Lies Jak. 4,1-3. Warum wurden diese Leute daran gehindert, von Gott zu empfangen?
- Lies 1. Petr. 3,7. Wenn du deinen Ehepartner schlecht behandelst, was wird die Auswirkung dessen in deinem Gebetsleben sein?
- Lies 1. Joh. 5,14-15. Was ist ein Schlüssel zur Erhörung deiner Gebete?
- Lies Mk. 11,24. Was musst du tun, wenn du betest?
Bibelstellen zu den Fragen
Mt. 7,7-8 – “[7] Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! [8] Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden.”
Joh. 10,35 – “Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden -”
Jak. 4,1-3 – “[1] Woher (kommen) Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? [2] Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; [3] ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden.”
1. Petr. 3,7 – “Ihr Männer ebenso, wohnt bei (ihnen) mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, und gebt (ihnen) Ehre als (solchen), die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.”
1. Joh. 5,14-15 – “[14] Dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.[15] Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.”
Mk. 11,24 – “Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.”
Antwortschlüssel
- Lies Mt. 7,7-8. Was können wir von Gott erwarten, wenn wir bitten? Wir können erwarten, dass wir das Erbetene bekommen.
- Lies Mt. 7,7-8. Wenn wir Gott suchen, was können wir erwarten? Dass wir Ihn finden.
- Lies Mt. 7,7-8. Was können wir erwarten, wenn wir anklopfen? Dass uns geöffnet
wird. - Lies Joh. 10,35. Wird Gott jemals weniger geben, als das, was Sein Wort verheißt?
Nein. - Lies Jak. 4,1-3. Warum wurden diese Leute daran gehindert, von Gott zu empfangen?
Ihre Motive und ihr Herz waren verkehrt. Alles drehte sich um sie selbst. Sie
waren in ihren Motiven völlig selbstsüchtig. - Lies 1. Petr. 3,7. Wenn du deinen Ehepartner schlecht behandelst, was wird die
Auswirkung dessen in deinem Gebetsleben sein? Deine Gebete werden verhindert. - Lies 1. Joh. 5,14-15. Was ist ein Schlüssel zur Erhörung deiner Gebete? Gemäß Seinem Willen bitten.
- Lies Mk. 11,24. Was musst du tun, wenn du betest? Glaube, dass du empfangen hast, und es wird dir werden.
Jüngerschaftskurs -> Was tun, wenn Gebete scheinbar unerhört bleiben?
© 2008 Andrew Wommack und Don W. Krow