Gott trifft keine Schuld

Jüngerschaftskurs -> Gott trifft keine Schuld

Stufe 1 – Lektion 13

von Andrew Wommack

Heute möchte ich euch etwas vom Wichtigsten mitteilen, das Gott in meinem Leben getan hat. Es scheint, dass Menschen ganz automatisch annehmen, dass alles, was ihnen zustößt, von Gott kommt, dass Er alles kontrolliert. Der Grund dafür ist, dass Gott als souverän und allmächtig erachtet wird, und so nehmen sie an, dass Er alles, was im Leben geschieht, kontrolliert. Das glauben selbst Ungläubige. Es gibt viele Christen, die diese Lehre vertreten, und so hat sich dies tief in unser Denken eingegraben. Ich glaube, dass die Heilige Schrift eine gegenteilige Auffassung vertritt, und dass es äußerst wichtig ist, diese Lektion zu lernen: In Jak. 1,13-17 heißt es: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand. Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Irret euch nicht, meine geliebten Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.”

Diese Schriftstelle macht deutlich, dass Gott der Urheber guter Dinge ist. Jesus sagte in Joh. 10,10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und (es in) Fülle haben.” Wenn es gut ist, dann ist es Gott; wenn es schlecht ist, dann ist es der Teufel. Das ist eine ganz einfache Theologie. Warum das so entscheidend ist, geht aus Jak. 4,7 hervor, wo geschrieben steht: „Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.” Hier lesen wir, dass wir uns Gott unterwerfen, dem Teufel jedoch widerstehen sollen. Das Wort „widerstehen” bedeutet aktiv zu bekämpfen.

Wenn Menschen annehmen, dass alles, was geschieht, von Gott kommt (z.B. auch Krankheit, Versagen im Geschäft, Arbeitslosigkeit, rebellische Kinder oder eine Scheidung), dann lässt sie das passiv werden. Denn da sie tatsächlich davon überzeugt sind, dass Gott der Urheber einer Situation ist und diese dazu benutzt, um sie zu bestrafen oder zu verändern, dann würden sie ja gegen Ihn kämpfen, wenn sie dem widerständen. Jak. 4,7 jedoch fordert uns dazu auf, dem Teufel zu widerstehen, sodass er von uns flieht. Du musst dich Gott unterwerfen. Das zeigt uns, dass gewisse Dinge von Gott sind und andere vom Teufel. Es gibt eine Kraft des Bösen in dieser Welt, und nicht alles, was in deinem Leben geschieht, kommt von Gott. Wenn du das nicht verstehst, wirst du dich fälschlicherweise dem Teufel unterwerfen und ihm dadurch geradezu Macht verleihen.

Ich möchte hier einen Textabschnitt betrachten, der so oft missbräuchlich verwendet wird. Ich bin sogar schon auf Trauerfeiern gewesen, wo Menschen nichts von Gott wussten, nicht in die Gemeinde gingen und kaum eine Schriftstelle kannten, aber diese eine kannten sie. Ich rede von Röm. 8,28, wo es heißt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach (seinem) Vorsatz berufen sind.” Diese Stelle wurde oft so ausgelegt, als ob sie sagen würde: Was auch immer in deinem Leben geschieht – Gott hat es bewirkt und er benutzt es irgendwie für etwas Gutes. Ich bin sogar einmal auf einer Beerdigung eines jungen Mannes und eines Mädchens gewesen, die Alkohol und Drogen gemeinsam eingenommen hatten, in ein Auto gestiegen sind, auf regennasser Straße zu schnell fuhren, von der Straße abkamen, gegen einen Telefonmasten rasten und beide getötet wurden. Der Prediger zitierte diese Bibelstelle: „Wir wissen, dass alle Dinge zum Guten mitwirken”, und er meinte, Gott müsse einen Plan gehabt haben, warum dies geschehen sei. Doch Gott hat diese jungen Leute nicht getötet, und in gewissem Sinne kann man nicht einmal sagen, dass es der Teufel war. Die jungen Leute waren selbst schuld daran. Zwar bin ich mir sicher, dass der Teufel sie dazu verleitet hatte, gegen die Standards ihrer Eltern und anderer Erzieher zu rebellieren, aber letztendlich war es ihre eigene Entscheidung. Sie waren diejenigen, die das Hasch und den Alkohol einnahmen; sie waren es, die gegen den Telefonmasten fuhren. Das war ein natürliches Geschehen und nicht Gott hatte das bewirkt.

Was bedeutet es, wenn es heißt: “Wir wissen, dass alle Dinge zum Guten mitwirken”? Zunächst einmal besagt das nicht, dass alle Dinge von Gott kommen und zum Guten mitwirken. Hier wird gesagt, dass alle Dinge zum Guten mitwirken, aber es ist nicht allgemein, sondern spezifisch gemeint : „denen, die Gott lieben”. Diese Schriftstelle trifft nicht auf jemanden zu, der Gott nicht liebt. Das ist so offensichtlich, dass es eigentlich gar nicht erwähnt werden müsste, aber es erstaunt mich, wie Menschen es auf Vorfälle wie den Todesfall dieser jungen Leute anwenden, die Drogen und Alkohol missbrauchten und gegen Gott und Seine Prinzipien völlig rebellierten. Alle Dinge tragen gemäß dieser Schriftstelle jedoch nur bei solchen Menschen zum Guten bei, die Gott lieben und gemäß Seines Vorsatzes berufen sind.

In 1. Joh. 3,8 heißt es: „Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.” Gott wurde geoffenbart und erschien, um die Werke Satans zu zerstören. Das ist Seine Absicht, und Röm. 8,28 greift nur bei denen, die Ihn lieben und gemäß Seiner Absicht und gemäß Seinem Vorsatz berufen sind, d.h. bei solchen, die in dieser Berufung wandeln, dem Teufel widerstehen und darauf aus sind, seine Werke zu zerstören. Diejenigen, die dem Teufel widerstehen und für Gott leben, können behaupten, dass – egal, was auch immer der Teufel in ihrem Leben anstellt – Gott dies herumdrehen und zum Guten benutzen kann.

Wir müssen anfangen zu differenzieren und erkennen, dass Gott nicht alles in unserem Leben kontrolliert. Es gibt einen Feind, der gekommen ist zu töten, zu stehlen und zu zerstören, aber Jesus kam, um uns Leben zu bringen. Wir müssen uns für das Leben entscheiden und bewusst anerkennen, dass Gott nicht bei allem, was uns widerfährt, die Schuld trifft.

Wenn Gott ein Mensch wäre, der die Dinge begeht, die man Ihm unterstellt, wie z.B. Leute mit Krebs, Missbildungen, Depression, Schmerz und Traurigkeit zu schlagen, so garantiere ich dir, dass es keine Regierung auf der Welt gäbe, die Ihn nicht festnehmen, einsperren oder sonstwie zu stoppen versuchen würde. Und doch glauben viele, dass Gott, der barmherziger ist als jede andere Person, die wir jemals getroffen haben oder uns auch nur vorstellen können, umhergeht und Leute schlägt. Es gibt dämonische Angriffe und auch natürliche Ursachen, und keineswegs ist jede Katastrophe von Gott veranlasst. Versicherungsgesellschaften vermerken in ihren Policen: „Höhere Gewalt wie Erdbeben und Seuchen“, als ob dies Gott veranlassen würde. Doch Gott ist nicht dessen Ursache.

Jüngerschaftsfragen

  1. Lies Jak. 1,13. Veranlasst Gott, dass jemand vom Bösen versucht wird?
  2. Lies Jak. 1,17. Woher kommt jede gute Gabe?
  3. Lies Joh. 10,10. Wer ist der Dieb?
  4. Lies Joh. 10,10. Was ist seine Absicht?
  5. Lies Joh. 10,10. Wozu kam Jesus?
  6. Lies Jak. 4,7. Was geschieht, wenn du dich Gott unterwirfst und dem Teufel widerstehst?
  7. Lies Röm. 8,28. Besagt Röm. 8,28, dass alle Dinge von Gott verursacht werden?
  8. Lies Apg. 10,38. Kommt Krankheit von Gott?
  9. Lies 1. Joh. 3,8. Wozu ist der Sohn Gottes auf die Erde gekommen?

Bibelstellen zu den Fragen

Jak. 1,13 – „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.”

Jak. 1,17 – „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.”

Joh. 10,10 – „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und (es in) Überfluss haben.“

Jak. 4,7 – „Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen.”

Röm. 8,28 – „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach (seinem) Vorsatz berufen sind.”

Apg. 10,38 – „Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.”

Joh. 3,8b – „Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.”

Antwortschlüssel

  1. Lies Jak. 1,13. Veranlasst Gott, dass jemand vom Bösen versucht werde? Nein.
  2. Lies Jak. 1,17. Woher kommt jede gute Gabe? Vom Vater der Lichter.
  3. Lies Joh. 10,10. Wer ist der Dieb? Der Teufel.
  4. Lies Joh. 10,10. Was ist seine Absicht? Zu stehlen, zu schlachten und zu verderben.
  5. Lies Joh. 10,10. Wozu kam Jesus? Um Leben im Überfluss zu bringen.
  6. Lies Jak. 4,7. Was geschieht, wenn du dich Gott unterwirfst und dem Teufel widerstehst? Der Teufel wird von mir fliehen.
  7. Lies Röm. 8,28. Besagt Röm. 8,28, dass alle Dinge von Gott verursacht werden? Nein.
  8. Lies Apg. 10,38. Kommt Krankheit von Gott? Nein.
  9. Lies 1. Joh. 3,8. Wozu ist der Sohn Gottes auf die Erde gekommen? Um die Werke des Teufels zu vernichten.

Jüngerschaftskurs -> Gott trifft keine Schuld

© 2008 Andrew Wommack und Don W. Krow