Gebet der Urgemeinde: Kühnheit statt Rückzug

Und nun, Herr, sieh ihre Drohungen an und gewähre deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus!
(Apostelgeschichte 4,29-30)

Nachdem Petrus und Johannes von den religiösen Führern bedroht und schließlich freigelassen worden waren, kehrten sie unverzüglich zu ihrer vertrauten Gemeinschaft zurück (Apostelgeschichte 4,23). In dieser ersten ernsten Bewährungsprobe der jungen Gemeinde erkennen wir ein eindrucksvolles Vorbild für den Umgang mit Widerstand. Anstatt um ein Ende der Verfolgung oder um politische Veränderungen zu bitten, erhoben die Gläubigen einmütig ihre Stimme zu Gott im Gebet (Apostelgeschichte 4,24).

Sie begannen damit, Gott als den souveränen Schöpfer anzuerkennen, der Himmel, Erde und Meer geschaffen hat (Apostelgeschichte 4,24). Dadurch wurde jedes menschliche Drohwort in die richtige Perspektive gerückt. Mit dem Zitat aus Psalm 2 machten sie deutlich, dass sich der Widerstand der Machthaber letztlich gegen den Herrn und Seinen Gesalbten richtete (Apostelgeschichte 4,25–26).

Der zentrale Inhalt ihres Gebets in den Versen 29 und 30 ist die Bitte um göttliche Hilfe. Auffallend ist, dass sie Gott weder um die Vernichtung ihrer Feinde baten noch um erleichterte Umstände. Stattdessen baten sie um Freimut, damit sie das Wort Gottes trotz aller Bedrohungen weiterhin mutig verkünden konnten (Apostelgeschichte 4,29). Solche Kühnheit angesichts von Verfolgung ist ein starkes Zeugnis für Gottes Wirken.

Darüber hinaus baten sie Gott, Seine Hand auszustrecken, um Heilungen zu schenken und durch den Namen Jesu Zeichen und Wunder geschehen zu lassen (Apostelgeschichte 4,30). Sie wussten, dass Wunder untrennbar mit der Verkündigung verbunden sind. Sie wirken wie ein Signal, das die Aufmerksamkeit der Menschen auf den Herrn lenkt. Gottes Antwort ließ nicht auf sich warten: Der Ort erbebte, sie wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten das Wort Gottes mit Kühnheit (Apostelgeschichte 4,31).

Die Urgemeinde bat nicht um Bewahrung vor Verfolgung, sondern um Kühnheit und um Wunder, die das verkündigte Wort bestätigten. Gott antwortete darauf, erfüllte sie mit Seiner Kraft und gab ihnen übernatürlichen Mut.